Archiv der Kategorie 'Studienbedingungen'

Hochschulwahlen 2012

Vom 03.07. bis 05.07. finden an der Uni Marburg Hochschulwahlen statt.
Wir als Demokratische Linke (DL) sind auch wieder dabei auf StuPa Listenplatz 1.

Warum sollten wir wählen gehen?
Nur wenn sich mindestens 25% der Studierenden an der Wahl beteiligen, kann die Verfasste Studierendenschaft – also Fachschaften, Studierendenparlament und AStA – vollständig über ihre Gelder verfügen.

Dass es im AStA u.a. die kostenlose Rechts- und Sozialberatung, das Semesterticket sowie die Härtefallberatung gibt, hängt unmittelbar von der Koalition ab und ist nicht selbstverständlich. Auch die Bibliothek des fem-Archivs, das autonome Schwulenreferat, das autonome Referat für Studierende mit Behinderung, das autonome Frauen-Lesben-Referat oder aber das autonome Referat für ausländische Studierende gäbe es ohne die aktuelle Koalition nicht.

Auch unterstützt der AStA viele studentische Initiativen bei der Umsetzung diverser Projekte, so z.B. Radikate, radlos.

Die DL ist u.a. in diesen Referaten vertreten und setzt sich darin für u.a. bessere Studienbedinungen ein:

- Referat für Soziales (studentische Wohnraumsituation)
- Referat für internationale Vernetzung (Koordination gegen die Kommerzialisierung von Bildung auf globaler Ebene. Aktuell: Global Education Strike)
- Referat für Geschlechterpolitik (Veranstaltungen zur kritischen Auseinandersetzung mit Genderkonstrukten)

Linker AStA kommt nicht von selbst. Mach mit oder geh wenigstens wählen.

Hochschulpakt unterschrieben – Protest geht weiter!

Der Hochschulpakt 2010-2015 wurde heute von ALLEN Hochschulleitungen unterschrieben. Diese drücken zwar in einer Protokollnotiz aus, dass sie den Hochschulpakt nicht gut finden. Für beides wollen sie nun mit ihrem Namen stehen.

Sie haben unterschrieben, trotz der Demo letzten Dienstag in Wiesbaden mit mehr als 10.000 Teilnehmenden.
Und auch trotz der Erklärung des Senats gestern, der das auch missbilligt. Das Frau Krause unterschreibt, sieht der Senat als „Nötigung“ durch die Landesregierung.

Heute gab es gegen 14:00 eine Vollversammlung vor dem Hörsaalgebäude. Es waren ca. 500 Studis, Mitarbeiterinnen und Profs anwesend. Danach bildeten sich zwei spontane Demonstrationszüge, von denen einer wohl kurz die Stadtautobahn blockierte.

Auch ist nach unseren Informationen das Präsidium der TU Darmstadt heute früh von Studierenden besetzt worden.

Für Solidarität und freie Bildung!

UPDATE 16:00 Uhr: Es sind wohl gerade 2 Leute verhaftet worden (Malte & Markus)! Nachdem die Demonstration aufgelöst wurde.

UPDATE: 17:05 Uhr: Inzwischen ist wohl mindestens eine dritte Person (Jonas) verhaftet worden. Viele Leute sammeln sich in Cappel vor der Polizeistation.

UPDATE: 18:00 Uhr: Inzwischen sind alle wieder frei! Sie wurden erkennungsdienstlich behandelt (ED), d.h. vermutlich Fotos und solche Sachen. Mehr später.

Audiobeiträge zum Hochschulpakt

Auf die Kürze seien zwei Radiobeiträge empfohlen:
Im Deutschlandradio spricht eine Studentin an der FH Frankfurt.

Und die Fachschaft Politikwissenschaft hat einen Podcast zum Hochschulrat gemacht und erklärt alles sehr ausführlich.

Schönes Hören!

Senatssitzung nächsten Montag!

Nächsten Montag, den 19.4. ist wieder Senatssitzung! Und zwar in der alten Aula um 14:00 Uhr.

Thema dieser Senatssitzung wird der Hochschulpakt (also die 30 Millionen Euro weniger als bisher für hessische Hochschulen, s.u.) und die Grundordnungs-Kommission wird einen Teil ihrer Ergebnisse vorstellen.
Vor allem beim ersten Thema wäre eine starke studentische Präsenz ein sehr gutes Signal an die Universität, dass wir uns für die Problematik interessieren und auch um Druck aufzubauen.

Bei der Grundordnung geht es um die Marburger Ausgestaltung des Hessischen Hochschulgesetzes (HHG), da dieses viele Punkte zur freien Gestaltung lässt. Die Grundordnung wird, sollte sie in Kraft treten, dann quasi über dem HHG stehen, also entscheidender als dieses sein.

Wir sehen uns am Montag!
bring your friends

P.S.: Der Senat ist das höchste direkt gewählte Gremium der universitären Selbstverwaltung. Er besteht aus ProfessorInnen, technisch-administrativen und wissenschaftlichen MitarbeiterInnen und Studierenden.

Leistung ist nicht alles!

Anlässlich des Selbstmords eines 15-Jährigen Schülers in Bad Homburg hat die dortige Lokalzeitung „Taunuszeitung“ am 15.03. auf der Titelseite folgenden Artikel veröffentlicht:

Leistung ist nicht alles
Und da kommen wir schnell zu dem Zauberwort unserer Gesellschaft: Leistung. «Schneller, höher, weiter» lautet das Motto. Zählt denn wirklich nur noch Leistung? Sind gute Zensuren das Nonplusultra? Ist es normal, wenn Schüler ihr Pensum nur noch mit Nachhilfe bewältigen können? Kindheit verkommt so zur reinen Vorbereitung auf das Erwachsenendasein. Schon im Kindergarten geht es los. Da soll sich bereits auf die Schule vorbereitet werden. In der vierten Klasse wird dann das erste Mal so richtig gesiebt. Da maßen wir uns an, Neun- und Zehnjährigen zu sagen, wohin von nun an ihr Weg führen soll. Du darfst aufs Gymnasium, du nicht. Da werden Pforten geschlossen. Denn machen wir uns nicht vor: Mit der Durchlässigkeit der einzelnen Bildungswege ist es nicht weit her. (mehr (Update: Link defekt))

Vize-Präsidenten und die „gläsernen Studierenden“

Sorry für die Sendepause, aber es gab in letzter Zeit einfach viel zu tun. Nicht nur Klausuren, sondern auch in der Hochschulpolitik.

Frau Krause im Amt und zwei Vize-Präsidenten gewählt

Am 17. Februar beginnt Frau Dr. Krauses 6-jährige Amtszeit als Uni-Präsidentin und am 8. Februar wurden im Senat Schachtner und Lachnit zu Vizepräsidenten gewählt. Leider konnte sich Frau Richter, als Gegenkandidatin zu Schachtner nicht durchsetzen. Das lag daran, dass ein Teil der Studierenden für den eindeutig konservativeren Biologen stimmte. Einiges Unbill, das uns jetzt droht, wäre uns dann vielleicht erspart geblieben.

Denn Schachtner, neuer Vize-Präsident für „Informations- und Qualitätsmanagment“, hat die „Neuorganisation des Campusmanagments“ zur Chefsache erklärt. Seine Ideen zur Rationalisierung könnten sich dann zum Beispiel in einem zweiten Versuch für eine personalisierte, volldigitale Uni-Karte im Stil der Goethe-Card in Frankfurt ausdrücken. Neben den horrenden Kosten und dem zu erwartenden Chaos (schaut euch nur, was jetzt schon digitale Anmeldeverfahren für Probleme produzieren), ist auch der Datenschutz bei solchen Projekten alles andere als Priorität. Es könnten uns also die „gläsernen Studierenden“ drohen.

Das neue Präsidium hat sich aber auch auf die Fahne geschrieben, möglichst viele Statusgruppen bei wichtigen Entscheidungen einzubeziehen. Unter dem alten Präsidium wurden viele Entscheidungen – aufgrund der gesetzlichen Möglichkeit – alleine vom Präsidium getroffen. Es wurde sogar schon befürchtet, dass das Präsidium einfach alleine ein Campusmanagementsystem kauft ohne das mit anderen Statusgruppen zu diskutieren. Im neuen Präsidium soll das anders geregelt werden: Es soll u.a. einen Arbeitskreis zum Campusmanagement geben. Wichtig aus Sicht der Studierenden wird es sein, innerhalb dieser Arbeitskreise die eigene Position deutlich zu artikulieren und bei wichtigen Dingen keine Kompromisse einzugehen. Außerdem wird es immer wieder wichtig sein, deutlich zu machen, dass das Präsidium unter Druck gesetzt werden wird, wenn es seine Versprechen in Bezug auf Beteiligung der Statusgruppen nicht einhält.

Leider hat Frau Krause, und am 8. Februar auch der Senat, dadurch das die Mehrheit Herrn Schachtner wählte, dazu beigetragen, dass im kompletten Uni-Präsidium lediglich eine Frau sitzen wird und zwar Frau Krause selbst. Die Wahl für den Vize-Posten für Forschung und Wissenstransfer wird am 22. März stattfinden. Vor kurzem war auf der Homepage der Uni zu lesen, dass sehr wahrscheinlich Herr Bremmer aus der Physik von Frau Krause vorgeschlagen wird.
Gab es im letzten Präsidium sogar noch eine eigene Stelle für Gleichstellung, soll das im neuen Präsidium Chef-Sache von Frau Krause werden. Dies wird aber sicherlich eher dazu führen, dass das Thema unter den Tisch fällt, da eine Präsidentin wahrscheinlich schon genug zu tun hat. Nicht das die frühere Vize-Präsidentin für Gleichstellung gute Arbeit geleistet hätte, aber ein falsches Zeichen ist es trotzdem diese Stelle zu streichen und keine einzige Frau im Präsidium zu haben außer sich selbst.

Wofür steht die KMK?

Am 10.12. findet in Bonn die Konferenz aller Kultusminister_innen (KMK) der BRD statt. In den Kultusministerien wird auch die Bildungspolitik der einzelnen Bundesländer geregelt. Die KMK zeigt eindrucksvoll, das Bildungspolitik schon lange keine Ländersache mehr ist, sondern spätestens seit dem Bologna-Prozess eine stetige Zentralisierung statt findet, um den eigenen Standort für den globalisierten Markt zu rüsten. Konkurrenz auf allen Ebenen. Pfui.

In der Bundesrepublik ist Bildung Ländersache. Das Ziel des Bologna-Prozesses ist es aber möglichst viel im Bereich der Hochschulpolitik europaweit abzustimmen, um den europäischen Standort zu sichern. Daher wird Bologna in Deutschland nicht von den Ländern alleine umgesetzt, sondern in Absprache werden auf der KMK getätigt. Dies ist maßgeblich dafür verantwortlich, dass alle Studierenden ein verschultes und stressiges Studium haben und sie ist auch dafür verantwortlich, dass nicht alle Studierenden einen Masterplatz erhalten werden.
Diese 16 Personen (weil 16 Bundesländer) treffen sich mehrmals im Jahr um die Gestaltung von Bologna in der BRD zu bestimmen. Sie sind im Bildungsbereich die Ausführenden eines Prozesses, durch den nicht nur das Bildungssystem, sondern auch andere gesellschaftliche Belange wie z.B. Gesundheit wettbewerbsfähiger und elitärer gestaltet werden sollen. Diese Prozesse orientieren sich nicht an den Bedürfnissen der Menschen, sondern am Standort Europa oder Deutschland. Die Dezentralität wird aufgebrochen, um das bundesdeutsche Hochschulwesen für den europaweiten Standortwettbewerb zu rüsten.

Am 10. Dezember tagt die KMK in Bonn. Daher wird im Rahmen des bundesweiten Bildungsstreiks eine Demonstration stattfinden. Der KMK und einer Studierendenbewegung, die nur um eigene elitäre Standesvorteile kämpft, gilt es sich in Bonn entgegen zu stellen!

Wir laden euch alle ein, mit uns am 7. Dezember um 18:00 im HSG 104 (zentrales Hörsaalgebäude) über die Politik der KMK und was wir dagegen tun können zu diskutieren.

Mehr Informationen:
http://www.kmk-nachsitzen.de/ (Seite des Bildungsstreiks)
Die FSK stellt einen Bus (ca. 30 Plätze) der am 10.12. nach Bonn fährt. Wenn du mit willst, melde dich per Email bei vorstand (att) fachschaftenkonferenz.de !

Forderungen an das neue Uni-Präsidium

Am Donnerstag, den 26. November wurde von der studentischen Vollversammlung im AudiMax folgende Resolution verabschiedet, die am kommenden Montag der neuen Uni-Präsidentin oder dem neuen Uni-Präsidenten übergeben wird:

Die Studierenden fordern vom neuen Uni-Präsidium sich zu verpflichten:

1. den Senat als oberstes, beschlussfassendes Gremium der Universität anzusehen und sich an Beschlüsse der Fachbereiche, insbesondere Berufungskommissionen zu halten.

2. die fünf Hochschulratsmitglieder durch alle Mitglieder der Universität wählen zu lassen. Die Auswahl der Bewerber_innen folgt dann über den zentralen Wahlvorstand.

3. keine Prüfungs- & Studienordnungen zu ratifizieren, bei denen die Zulassung für den Master an die BA-Note geknüpft ist.

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Wer spuckt hier in die Suppe?

Gestern war Ersti-Dinner in der Mensa. Ausgebucht. Vorweihnachtliche Stimmung. Trotzdem sahen wir uns genötigt, aufmerksam zu machen, auf die Veränderungen, die mit dem Studwerk geschehen.
Wer jetzt aber denkt, wir würden dem Studwerk in die Suppe spucken wollen, irrt. Es geht darum, dass uns das Studwerk in die Suppe spuckt. Aber lest den Flyer selbst:

Ersti-Dinner für 3 Euro, na wenn das nicht billig ist! Mehrere Gänge zum kleinen Preis. Und am nächsten Tag wird für das maue Tellergericht genau so viel berappt, ohne Getränke.
Selbstverständlich ist es vom Studenten­werk ein Geschenk, wenn sie so ein Ersti-Dinner machen, aber selbstlos und allein als Begrüßung der StudienanfängerInnen ist das Ganze nicht.

Es ist eine simple Werbe-Maßnahme. Heute ist es billig, nett und schön. „Und ab morgen kaufen sie dann immer bei uns.“ (mehr…)

Nach Studiengebühren auch Hochschulräte abschaffen!

Laut dem neuen Hessischen Hochschulgesetz, das am 1. Januar 2010 in Kraft tritt, werden die Hochschulräte an den verschiedenen hessischen Universitäten weitreichende Kompetenzen erlangen.
Aktuelle Nachrichten findet ihr auf der Seite der Frankfurter Rundschau und bei hr-online.

Ernannt (nicht gewählt!) ist der Hochschulrat zur Hälfte durch das hessische Ministerium für Wissenschaft und Kunst und vom Universitäts-Präsidium im Benehmen mit dem Senat. „Benehmen“ heißt, dass der Senat darüber informiert wird, aber keinen Einfluss darauf hat. Der Hochschulrat tagt geheim und ist im Grunde niemandem gegenüber rechenschaftspflichtig. Laut Gesetz sollen in diesem Gremium Menschen aus der Wirtschaft, der beruflichen Praxis und der Wissenschaft und Kunst sitzen. Aufgabe ist die Kontrolle der Universitäten.
Dies bedeutete, dass nicht mehr die Mitglieder der Hochschulen (Studierende, Mitarbeiter_innen und Professor_innen) entscheiden, sondern der Hochschulrat zusammen mit dem Universität-Präsidium, das auch sehr viel Macht erlangt. (mehr…)