Archiv der Kategorie 'International'

Globalizing Resistance

~ Übersicht aller Texte ~

Wie bereits in unserem Text Konkurrieren bis die Ärztin kommt! dargestellt, sind viele Probleme, mit denen wir tagtäglich konfrontiert werden, auf vorherrschende soziale und wirtschaftliche Strukturen zurückzuführen. Viele dieser Strukturen bestehen weltweit und entfalten ihre Zwänge auf globaler Ebene. Die DL setzt sich deswegen für eine Globalisierung der Protest- und Widerstandsbewegungen für freie emanzipatorische Bildung ein!
Die meisten von euch haben bestimmt bereits von Bildungsprotesten in anderen Regionen, wie z.B. Frankreich, Griechenland, Chile oder Nordamerika gehört. Überall wehren sich Menschen gegen die zunehmende Kommerzialisierung von Bildung und aller anderen Lebensbereiche. Die Proteste richten sich meist gegen Entwicklungen, die wir auch bei uns an der Uni Marburg beobachten können, z.B. eine immer größer werdende Abhängigkeit von Drittmitteln für Forschung und Lehre – auch als Resultat von Kürzungen öffentlicher Gelder –, die Einführung und Verschärfung diverser Zugangsbeschränkungen, z.B. durch Gebühren oder NCs, sowie eine zunehmende Entdemokratisierung und ein für immer mehr Menschen unerträglicher Leistungsdruck. Das sind alles Symptome der vorherrschenden wirtschaftlichen Strukturen, die insbesondere durch die geschaffene Notwendigkeit der globalen Wettbewerbsfähigkeit ihre Zwänge entfalten. Gleichzeitig geben diese Strukturen vor, wie das Bildungssystem ausgerichtet und strukturiert sein soll.
Schließlich steht die Wettbewerbsfähigkeit des Standortes über allem. Und darunter leiden Menschen in Athen, Buenos Aires, Casablanca, Dhaka, Marburg, Paris – einfach überall. Das kapitalistische System entfaltet seine Zwänge nunmal weltweit, deshalb gleichen sich auch die Symptome weltweit.

Aus der Überzeugung heraus, dass diesen Symptomen durch eine stärkere globale Vernetzung lokaler Strukturen effektiv entgegengewirkt werden kann, wurde von der DL im November 2010 das Referat für internationale Vernetzung (RiV) beim AStA Marburg initiiert und wird seither von der DL besetzt.
Seit seiner Einführung hat sich das Referat intensiv für eine globale Vernetzung diverser bildungspolitischer Gruppen und Netzwerke eingesetzt. Überwiegend geschah dies über die Kommunikationsplattform International Student Movement (ISM), welche vom RiV verwaltet und aktiv mitgestaltet wird.

Seit November 2012 hat das RiV u.a. Folgendes gemacht:

maßgeblich den Global Education Strike (18.10. & 14.-22.11.2012) auf lokaler und globaler Ebene koordiniert;
eine kleine Videothek mit Schwerpunkt auf Protesten und Entwicklungen im Bildungsbereich weltweit geschaffen (geplante Eröffnung: Juli 2013);
maßgeblich an der Verwaltung der unabhängigen Kommunikationsplattform International Student Movement mitgewirkt und somit die zunehmende Globalisierung der Protest- und Widerstandsbewegung für freie emanzipatorische Bildung vorangetrieben;
über diverse Publikationen und die monatliche Radiosendung Ræducation auf Radio Unerhört über Proteste und Entwicklungen im Bildungsbereich weltweit informiert;
diverse relevante Texte [wie z.B. die internationale Solidaritätserklärung gegen (staatliche) Repression und den „Marburger Bildungsaufruf“], in mehrere Sprachen übersetzt und auf globaler Ebene über Entwicklungen in Hessen informiert.

Aktuell organisiert das RiV gemeinsam mit anderen Studierenden den Transnational Student Congress (TSC) für Ende Oktober in Marburg!
Menschen, die sich gerne mit Aktiven anderswo auf der Welt vernetzen möchten, z.B. während eines überregionalen Austauschprogramms, oder Interesse an dem TSC haben, können sich gerne an das Referat wenden.
Das RiV freut sich auch immer über Aktive aus anderen Regionen der Welt, die sich zur Zeit in Marburg aufhalten und an einer Vernetzung interessiert sind.

Damit die weltweite Vernetzung mit emanzipatorischen Kräften weiterhin eine Priorität ist und das RiV erhalten bleibt: DL Marburg!

Konkurrieren bis die Ärztin kommt!

~ Übersicht aller Texte ~

Das kapitalistische System prägt maßgeblich die vorherrschende Wirtschaftsform, in der wir alle leben. Diese bringt notwendigerweise mit sich, dass die meisten Menschen ihre Arbeitskraft verkaufen müssen, um sich eine Lebensgrundlage zu sichern. Auf dem Arbeitsmarkt stehen sie immer im Wettbewerb zu anderen. Es geht darum, das eigene Humankapital zu steigern, sich besser als andere verkaufen zu können und sich stetig eine bisschen verwertbarer zu machen.

Dies wirkt sich auch auf Zustände in (Hoch-)Schulen aus. Primärer Zweck des Bildungsbetriebs ist, Menschen auf die Verwertung auf dem (Arbeits-)Markt vorzubereiten und als angepasste und gehorsame Staatsbürger_innen für die standortbezogene Selbstbehauptung in der globalen Konkurrenz zu erziehen. Ganz konkret äußert sich das u.a. in der Ausgestaltung und dem zunehmenden Leistungsdruck im Studium. Studiengänge, die wenig Wettbewerbsvorteile für die Hochschule sowie den Studierenden versprechen, werden gestrichen. Es gilt in immer kürzerer Zeit immer mehr Kompetenzen und skills zu erlangen: ECTS Punkte, Praktika, Auslandsaufenthalte, Sprachkenntnisse. Die Folgen dieses brutalen gnadenlosen Systems lassen sich u.a. an der zunehmenden Zahl psychischer Erkrankungen unter Studierenden ablesen.

Wir wollen nicht bestehende Reformen verbessern; wir wollen weg von einem System, in dem Bildung als Ware und Rohstoff gehandelt wird, Lernen outputorientiert gesteuert und kontrollierbar sein soll. Wir wollen weg von einem bürokratischen Kontrollapparat, der uns Vorgaben, Fristen und Ordnungen auferlegt und in dem Zeit-, Leistungs- und Konkurrenzdruck es kaum mehr zulassen sich selbstbestimmt mit Sachen zu beschäftigen. Bildung kann nicht gemessen oder verglichen und schon gar nicht bewertet werden

Dieser Umstand passt nur nicht in das vorherrschende Wirtschaftssystem, schließlich müssen stetig neue Absatzmärkte erschlossen und Humankapital nachgeliefert werden. Oft muss auch ideologisch und strukturell nachgeholfen werden. Um z.B. einen Bildungsmarkt zu schaffen, müssen erst einmal miteinander konkurrierende Einheiten kreiert werden. Das erklärt, warum mit allen Mitteln versucht wird eigentlich Nichtmessbares messbar zu machen. Rankings, hierzulande insbesondere das CHE Ranking, und sogenannte Exzellenzinitiativen (in Hessen z.B. LOEWE) sind hierbei beliebte ideologie(re)produzierende Instrumente, welche wir als DL konsequent ablehnen.

Selbstverständlich funktioniert aber nicht nur der (Hoch-)Schulbetrieb nach dem Prinzip des Nutzens und der Rentabilität. Unser ganzes Leben wird zunehmend radikal dem Prinzip der Wettbewerbsfähigkeit untergeordnet. Selbstoptimierung, Egoismus, Konkurrenz und Ausbeutung werden nicht nur gefördert, sondern ausdrücklich gefordert. Solidarität, selbstbestimmtes Handeln und Kooperation werden unterdrückt, wenn sie unrentabel sind und keinen Gewinn abwerfen. Wer den Anforderungen des Marktes entspricht, kann sich gut „verkaufen“, wer den Ansprüchen nicht entspricht, fällt durch die Maschen.

Auf nationalstaatlicher Ebene werden Menschen in Kategorien eingeteilt. Diejenigen, die das entsprechende Humankapital mitbringen, werden z.B. mit einer Blue Card belohnt. Bei anderen wird in Kauf genommen, dass sie im Meer vor den Toren der Festung Europas ertrinken, in Asylheime oder gleich zurück in die Herkunftsländer abgeschoben werden.

-> Wir von der Demokratischen Linken Marburg lehnen das kapitalistische System ab, weil es die Menschen selektiert und in Kategorien unterteilt!
-> Wir lehnen das kapitalistische System ab, weil es auf Ausbeutung basiert!
-> Wir lehnen das kapitalistische System ab, weil durch dieses Menschen in fast allen Lebensbereichen in ständiger Konkurrenz zueinander leben müssen!
-> Wir lehnen das kapitalistische System ab, weil in diesem System die Bedürfnisse von Menschen nicht zählen!

Unsere antikapitalistische Haltung spiegelt sich u.a. in unserer Hochschulpolitik wider. Außerdem setzen wir uns weiterhin vehement dafür ein, dass der AStA emanzipatorische Projekte, Initiativen und Aktionen nach all seinen Möglichkeiten unterstützt.

Da die Zustände in Marburg auch untrennbar mit vom kapitalistischen System entfalteten Zwängen auf globaler Ebene zusammenhängen, ist für die DL eine weltweite Vernetzung von emanzipatorischen Kräften für ein effektives Entgegenwirken unausweichlich. Mehr dazu gibt’s in unserem Text Globalising Resistance.

Für eine parteiunabhängige, emanzipatorische und antikapitalistische Kraft im StuPa: DL Marburg

DL unterstützt internationale Erklärung gegen (staatliche) Repression

Die Demokratische Linke (DL) Marburg unterstützt nicht nur die gemeinsame internationale Erklärung mit dem Schwerpunkt auf Bildung, sondern nun auch die neulich auf der International Student Movement (ISM) veröffentlichte Solidaritätserklärung gegen (staatliche) Repression.

Die Erklärung wurde von Mitgliedern der DL mitverfasst und übersetzt. Wir freuen uns über diese Initiative und werden auch in Zukunft uns aktiv auf der International Student Movement (ISM) Plattform einbringen und somit zur Globalisierung der Bewegungen für freie emanzipatorische Bildung beitragen! (mehr…)

DL Marburg unterstützt „Free Maxwell“ Kampagne

Bereits seit dem 12.April befindet sich Maxwell Dlamini, Vorsitzender der Swaziland National Union of Students und aktiv in der Bildungs- und Demokratiebewegung in Swasiland, in Haft. Ihm wird vorgeworfen im Besitz von „explosivem Material“ während einer Großdemonstration, welche von den aktuellen „Demokratiebewegungen“ in Nordafrika und dem Mittleren Osten inspiriert war, gewesen zu sein.

Maxwell setzt sich u.a. gegen Studiengebühren und Kürzungen im Bildungsbrereich ein. Neben Maxwell wurde im selben Zusammenhang Musa Mgudeni, ein weiterer Aktivist im Swaziland Youth Congress (SWAYOCO), festgenommen.

Um den beiden sowie allen anderen politischen Gefangenen in Swasiland zu helfen, wurde eine Kampagne unter dem Namen „Free Maxwell“ initiiert.
In Marburg wird die Kampagne neben dem AStA und dem Free Education Movement Marburg auch von der Demokratischen Linken unterstützt, damit Maxwell und die anderen politischen Gefangen so schnell wie möglich wieder aus der Haft entlassen werden.

Einzelheiten zu der Kampagne gibt es unter anderem:
★ auf dem Blog der Kampagne
★ auf der Homepage des International Student Movement
★ auf facebook

Spanish Revolution

Am Sonntag dem 29.5. haben wir uns mit einigen Interessierten getroffen um mal aus „erster Hand“ Informationen über die gerade ablaufenden Besetzungen in Spanien zu erhalten. Dazu haben wir mit einem/einer Besetzer_in in Barcelona über Skype telefoniert. Folgendes Interview basiert auf dem dabei entstandenen Protokoll. Die Änderungen daran sind rein formal, um das Interview besser lesbar zu machen und keineswegs inhaltlich. (mehr…)

Die Demokratische Linke unterstützt…

… die internationale „gemeinsame Erklärung„!

Schon im letzten Jahr riefen Aktive auf der Plattform „International Student Movement“ zu zwei Aktionswochen auf. In diesem Jahr soll es eine „Global Wave of Action for Education“ geben, welche zur Zeit auch von Gruppen auf der ganzen Welt diskutiert und vorbereitet wird.

Inhaltliches Fundament der Aktionswelle ist eine „gemeinsame Erklärung“, auf welche sich Menschen in ganz unterschiedlichen Regionen nach monatelanger Diskussion in Chat-Treffen und beim „European Education Congress“ letztendlich einigten.

Bisher ist diese auf deutsch, englisch, französisch und spanisch abrufbar.

Weitere Übersetzungen und Fragen können gerne an united.for.education@gmail.com geschickt werden.

Die „Global Wave of Action for Education“ angekündigt!

Am 16.Juni gab es in vielen Regionen der Welt symbolische Aktionen, bei welchen die im Herbst anstehende "Global Wave of Action for Education " öffentlich angekündigt wurde. Langsam trudeln auch die Berichte ein. Eine aktuelle Übersicht kann hier eingesehen werden.

Koordiniert wurde und wird das Ganze auf der unabhängigen Plattform "International Student Movement ".

Neben Orten wie Jakarta, St.Petersburg, Moskau, Kathmandu, San Juan und Freetown, haben sich auch einige Aktive in Marburg für eine Aktion an dem Gebäude der Institute für Geisteswissenschaften zusammengefunden. Einzelheiten könnt ihr auch aus diesem Video entnehmen:

Die dazugehörige Pressemitteilung kann auf bildungsstreik-marburg.de nachgelesen werden.

Als Grundlage für die Protestwelle wird zur Zeit auf globaler Ebene an einer gemeinsamen Erklärung, sowie einem Symbol, gearbeitet. Grundsätzlich steht es jedem Menschen offen sich aktiv auf der Plattform in den Prozess einzubringen. Tragt euch auf dem Verteiler ein, diskutiert in den Foren mit und beteiligt euch an den regelmäßigen "global chat meetings".

Die Probleme sind global, der Widerstand aber noch nicht!

Über aktuelle Entwicklungen bezüglich der Protestwelle wird auch die DL auf diesem Blog informieren. So stay tuned ~

„Welche Uni wollen wir? – Global Simulation Workshop“ – am 20. Juni auf dem Bildungsfest

Am 16. Juni („Day of United Symbolic Actions“) haben Menschen in mehreren Regionen der Welt (u.a. auch in Russland, Indonesien und Frankreich – den aktuellen Überblick gibt’s hier) Aktionen durchgeführt, um die „Global Wave of Action for Education“, die im Herbst beginnt, anzukündigen und in die Öffentlichkeit zu tragen (siehe VIDEO).

In einigen Regionen haben Menschen sich zu dem sogenannten „Rapid Transition – Global Simulation Workshop“ getroffen, um folgendes zu diskutieren:

“Managing boards of all public universities around the globe decide to resign from their positions and leave students with all the existing infrastructure to organize education the way they want.”*

We can use this fictional scenario to organize coordinated workshops around the globe on June 16th, and learn through them in more depth, how organization currently works in different public educational institutions. This way we can prevent ourself from naive demands of unrealistic changes, which might ignore the complexity of the subject.

Stellen wir uns vor, die beschriebene Situation tritt wirklich ein, was würde es für uns bedeuten?
Wie würden wir unsere selbstverwaltete Uni gestalten?
Was würden wir verändern?
Welche Strukturen würden wir schaffen?
An welche Grenzen würden wir stoßen?

Beim ersten Workshop (am 16. Juni) haben wir das Szenario etwas konkretisiert und wollen mit diesen neuen Rahmenbedigungen das Gedankenexperiment erneut starten.
Dazu lädt die DL am 20. Juni um 14 Uhr in das blaue Zelt auf dem Bildungsfest ein. Unsere Ergebnisse können wir erneut schriftlich festhalten, um sie mit Menschen in anderen Regionen zu teilen und auszutauschen.

Rückblick: Bildungsproteste im März

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<p>Auf der Seite des <strong>International Students Movement</strong> findet ihr eine <a href=Auflistung der Bildungsproteste allein im letzten Monat März. Mit sehr vielen Videos.

Die Liste der erwähnten Länder ist wieder lang: Großbritannien, USA, BRD, Österreich, Südafrika, Philippinen, El Salvador, Ungarn, Frankreich, Katalonien, Niederlande, Indien und Kroatien.

10 Jahre Bologna – Ein Grund zum Streiken!

Dieses Wochenende (12. – 14. 3.) findet in Wien der Alternativgipfel zu „10 Jahre Bologna“ statt. Das Motto des Kongresses ist: Macht Bologna den Prozess!
Deshalb findet morgen auch schon eine große Demonstration und Blockade Wiens statt, um den zeitgleichen „echten“ Bologna-Gipfel zu stören.

Aufruf: Bologna feiern? Nicht mit uns!

Kein Grund die Fackeln auszupacken – diese Webseite hat nichts mit der italienischen Stadt zu tun und wir haben natürlich auch nicht vor, diese anzuzünden.

Bologna ist aber nicht nur der Name einer Stadt, sondern bezeichnet auch einen Hochschulreformprozess, der in den letzten 10 Jahren verheerende Auswirkungen auf die Universitäten ganz Europas gehabt hat.

Am 11. und 12. März 2010 wollen nun die Bildungs- und WissenschaftsministerInnen aus 46 Ländern das 10-jährige Bestehen des Bologna-Prozesses in Wien feiern. Aber sie werden nicht alleine sein – keine Party ohne uns!

Wir werden die Feierlichkeiten mit friedlichen, aber lautestarken Demonstrationen und Blockaden in den Straßen Wiens stören und in den anschließenden Tagen einen Alternativgipfel veranstalten.

Das Programm des Kongresses ist umfangreich und kann auf der Webseite eingesehen werden.
Einige von der DL sind dabei und wir werden berichten!