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Vize-Präsidenten und die „gläsernen Studierenden“

Sorry für die Sendepause, aber es gab in letzter Zeit einfach viel zu tun. Nicht nur Klausuren, sondern auch in der Hochschulpolitik.

Frau Krause im Amt und zwei Vize-Präsidenten gewählt

Am 17. Februar beginnt Frau Dr. Krauses 6-jährige Amtszeit als Uni-Präsidentin und am 8. Februar wurden im Senat Schachtner und Lachnit zu Vizepräsidenten gewählt. Leider konnte sich Frau Richter, als Gegenkandidatin zu Schachtner nicht durchsetzen. Das lag daran, dass ein Teil der Studierenden für den eindeutig konservativeren Biologen stimmte. Einiges Unbill, das uns jetzt droht, wäre uns dann vielleicht erspart geblieben.

Denn Schachtner, neuer Vize-Präsident für „Informations- und Qualitätsmanagment“, hat die „Neuorganisation des Campusmanagments“ zur Chefsache erklärt. Seine Ideen zur Rationalisierung könnten sich dann zum Beispiel in einem zweiten Versuch für eine personalisierte, volldigitale Uni-Karte im Stil der Goethe-Card in Frankfurt ausdrücken. Neben den horrenden Kosten und dem zu erwartenden Chaos (schaut euch nur, was jetzt schon digitale Anmeldeverfahren für Probleme produzieren), ist auch der Datenschutz bei solchen Projekten alles andere als Priorität. Es könnten uns also die „gläsernen Studierenden“ drohen.

Das neue Präsidium hat sich aber auch auf die Fahne geschrieben, möglichst viele Statusgruppen bei wichtigen Entscheidungen einzubeziehen. Unter dem alten Präsidium wurden viele Entscheidungen – aufgrund der gesetzlichen Möglichkeit – alleine vom Präsidium getroffen. Es wurde sogar schon befürchtet, dass das Präsidium einfach alleine ein Campusmanagementsystem kauft ohne das mit anderen Statusgruppen zu diskutieren. Im neuen Präsidium soll das anders geregelt werden: Es soll u.a. einen Arbeitskreis zum Campusmanagement geben. Wichtig aus Sicht der Studierenden wird es sein, innerhalb dieser Arbeitskreise die eigene Position deutlich zu artikulieren und bei wichtigen Dingen keine Kompromisse einzugehen. Außerdem wird es immer wieder wichtig sein, deutlich zu machen, dass das Präsidium unter Druck gesetzt werden wird, wenn es seine Versprechen in Bezug auf Beteiligung der Statusgruppen nicht einhält.

Leider hat Frau Krause, und am 8. Februar auch der Senat, dadurch das die Mehrheit Herrn Schachtner wählte, dazu beigetragen, dass im kompletten Uni-Präsidium lediglich eine Frau sitzen wird und zwar Frau Krause selbst. Die Wahl für den Vize-Posten für Forschung und Wissenstransfer wird am 22. März stattfinden. Vor kurzem war auf der Homepage der Uni zu lesen, dass sehr wahrscheinlich Herr Bremmer aus der Physik von Frau Krause vorgeschlagen wird.
Gab es im letzten Präsidium sogar noch eine eigene Stelle für Gleichstellung, soll das im neuen Präsidium Chef-Sache von Frau Krause werden. Dies wird aber sicherlich eher dazu führen, dass das Thema unter den Tisch fällt, da eine Präsidentin wahrscheinlich schon genug zu tun hat. Nicht das die frühere Vize-Präsidentin für Gleichstellung gute Arbeit geleistet hätte, aber ein falsches Zeichen ist es trotzdem diese Stelle zu streichen und keine einzige Frau im Präsidium zu haben außer sich selbst.

Forderungen an das neue Uni-Präsidium

Am Donnerstag, den 26. November wurde von der studentischen Vollversammlung im AudiMax folgende Resolution verabschiedet, die am kommenden Montag der neuen Uni-Präsidentin oder dem neuen Uni-Präsidenten übergeben wird:

Die Studierenden fordern vom neuen Uni-Präsidium sich zu verpflichten:

1. den Senat als oberstes, beschlussfassendes Gremium der Universität anzusehen und sich an Beschlüsse der Fachbereiche, insbesondere Berufungskommissionen zu halten.

2. die fünf Hochschulratsmitglieder durch alle Mitglieder der Universität wählen zu lassen. Die Auswahl der Bewerber_innen folgt dann über den zentralen Wahlvorstand.

3. keine Prüfungs- & Studienordnungen zu ratifizieren, bei denen die Zulassung für den Master an die BA-Note geknüpft ist.

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